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Die Sache mit der Grenzregelung
Geschrieben von: Gerd Weilemann   

Gerd WeilemannWie allen Waschmühlfreunden hinlänglich bekannt ist, war vor einigen Jahren der Fortbestand unseres geliebten Freibads Waschmühle stark in Frage gestellt. Die errechneten Sanierungskosten waren so hoch, dass die Stadt Kaiserslautern diese Maßnahmen unmöglich allein bewältigen konnte. Also war die Hilfe des Landes Rheinland-Pfalz unbedingt erforderlich. Daher musste der Landesregierung der hohe Freizeitwert der Waschmühle für Kaiserslautern und Umgebung unbedingt anschaulich vor Augen geführt werden. Dies konnte man natürlich am besten tun, indem man den Landesvater Kurt Beck zu einem Besuch des Freibads einlud. Dass er in dem "kalten Wasser" nicht schwimmen wollte und auch nicht sollte, war allen klar.

Als damaliger Morlauterer Ortsvorsteher wurde ich zu diesem Ortstermin eingeladen. Dazu muss man wissen, dass von der Dorfgeschichte her der Mittelbach des Eselsbachs die Grenze zwischen Stadt und Morlautern bildete. Diese Grenze verlief dann mitten durch die Galappmühler Straße, was bedeutet, dass die Häuser nördlich derselben zu Morlautern und die südlich gelegenen zur Stadt Kaiserslautern gehörten. Die Wesch wurde vom so genannten Mühlbach – die Überbleibsel des "Schmutzrechens" sind noch nordöstlich des Kiosks zu sehen – gespeist. Um mithelfen zu können, den Fortbestand der Wesch zu sichern, "bewaffnete" ich mich mit zahlreichen Argumenten – gesammelt in vielen Gesprächen mit den Besuchern des Bades –, die den Landesvater überzeugen sollten, dass er unbedingt Finanzmittel zur Sanierung bereitstellen müsse.

Doch dann die Überraschung: Zwei Tage vor dem Besuchstermin erhielt ich von der Verwaltung der Stadt Kaiserslautern telefonisch die Mitteilung, dass ich ausgeladen sei. An meiner Stelle nehme der Ortsvorsteher des Bezirks Innenstadt Nord/Kaiserberg an der Veranstaltung teil. Begründet wurde dies damit, dass eine Grenzregelung besage, dass die Wasserfl äche des Freibads zu Innenstadt Nord/Kaiserberg und der Parkplatz zu Morlautern gehöre. So durfte ich am Besichti gungstage also wohl vor dem Eingang parken, das Geschehen im Innern musste ich mir aber von der Südseite des Bades – also von innerstädtischem Territorium aus – ansehen.

Infolge dieser Umstände freut es mich umso mehr, dass die Sanierung in Gang gebracht wurde und der Erhalt dieses einmaligen Freibades – trotz weiterhin bestehender Probleme bei der Finanzierung – gesichert sein dürfte.