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"Kurzer" Plausch im Wasser
Geschrieben von: Horst Schmitt   

Horst SchmittDie Waschmühle, ein Gesundbrunnen für Mann - Frau - Kind - Familie. Eine Liebe, die ewig hält. Nach Beendigung des Krieges war es für mich eine der wenigen Möglichkeiten, als Kind seine Freizeit zu verbringen. Schon in der Schule wurde ausgemacht, wo und um wieviel Uhr wir uns "uff de Wesch" treffen.

Doch bevor es so weit war, mussten wir ja schwimmen können, sonst bekamen wir von den Eltern keine Erlaubnis und auch kein Geld für den Eintritt. Wo aber sollten wir schwimmen lernen? Durch die Kriegsjahre waren wir immer auf unseren Einfallsreichtum angewiesen. So hatten wir auch hier eine Lösung. Mit Schippe, Schaufel und Schöpfgeräten vertieften wir auf eine Länge von ca. 8 m das Bachbett des Eselsbaches, um beim Schwimmen nicht gleich auf Grund zu liegen. Diese Arbeit musste alle paar Tage wiederholt werden, da das fließende Wasser die Vertiefung immer wieder zuflößte. Wenn wir dann drei Schwimmstöße schafften, ohne auf Grund zu landen, berichteten wir zu Hause: "Wir können schwimmen". Nach einem misstrauischen: "Stimmt das auch?" durften wir in die Wesch.

Wir waren glücklich, denn hier fanden wir alles, was unser Herz begehrte. Klares sauberes Wasser, Mollekepp, die wir in mitgebrachte Becher oder Gefäße mitnahmen und in andere Bäche umsiedelten (Mollekepp brauchen gutes Wasser), und Platz – sehr viel Platz zum Spielen, ohne dass unser Geschrei und Toben jemanden störte. Für mich als geborener Mühlerer (Dammühle - Waschmühle - Galappmühle sind Anexen von Morlautern) war die Wesch ein Stück Kindheit, die ich noch in guter Erinnerung habe und auch heute nicht missen möchte.

Für mich ist es immer wieder ein freudiges Ereignis, wenn die Wesch wieder geöffnet wird. Hier trifft man Freunde, Bekannte und Gleichgesinnte, mit denen man einen Plausch halten kann. Es ist schon vorgekommen, dass ich eine Stunde im Wasser gestanden habe und mit Bekannten redete und diskutierte, und das Wasser ohne zu schwimmen wieder verlassen habe. So ist eben die Wesch, nicht anonym, sondern liebenswert und familiär.

Ich danke dem Freibad Waschmühle für die vielen schönen Stunden, die ich seit meiner Kindheit hier verbringen durfte und hoffentlich noch lange verbringen darf. Ich danke auch allen Menschen, die sich zum Erhalt dieses Kleinodes einsetzen und noch einsetzen werden. Ich wünsche der Waschmühle für die nächsten 100 Jahre alles Gute – viel klares Wasser und viele Gäste, so dass es noch lange heißt: "Hopp in die Wesch."