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| Geblieben ist mir die Waschmühle |
| Geschrieben von: Dr. Hanno Scherer |
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Mit Kaiserslautern verbinde ich aber Erinnerungen an meine Jugend und liebgewonnene Einrichtungen. Viele Gebäude sind verschwunden, neue Hausansichten haben das Gesicht unserer Stadt verändert. Ich vermisse insbesondere den abgerissenen Karlsberg am Stiftsplatz, aber auch das Pfaffbad als prägenden Jugendstilbau. Aber geblieben ist mir die Waschmühle, das größte Freibad Europas. Schon als Schüler im Naturwissenschaftlichen Gymnasium habe ich mich immer auf "hitzefrei" im Sommer gefreut. Zeigte das Thermometer 30°, durften wir nach der 4. Stunde den Tag frei gestalten. Wir sind dann über den Lindenhof zur Waschmühle getippelt und haben das erfrischende Wasser dieses Traditionsbades genossen. Oftmals wurden wir von dem damaligen Bademeister Schwager zur Ordnung gerufen, wenn wir verbotenerweise mal wieder von der Seite ins Becken gesprungen sind. Der Bademeister Schwager war eine Autorität, den wir mochten, aber auch fürchteten. Die Waschmühle ist für mich ein Stück Kaiserslautern geblieben, insbesondere ein Teil meiner Freizeitgestaltung im Sommer. Seit Jahren bin ich stolzer Besitzer einer Jahreskarte. Immer wenn es mir möglich ist, beginne ich bei schönem Wetter meinen Tag um 8 Uhr morgens auf der Waschmühle. Es ist immer die gleiche Gruppe, die sich zu dieser Zeit hier einfindet und ihre Runden dreht. Man kennt sich! Gerade dies macht die Waschmühle, aber auch Kaiserslautern so liebens- und lebenswert. Ich hoffe, dass ich noch viele Jahre meines Sommers meinen Tag auf der Waschmühle beginnen kann. |

Obwohl ich seit nunmehr 30 Jahren in Neustadt an der Weinstraße und in Mainz arbeite, ist Kaiserslautern meine Heimat geblieben. Hier bin ich zu Hause. Von meinen Kollegen werde ich immer wieder gefragt, was mich so an dieser Stadt fasziniert. Dies sind für mich die hier lebenden Menschen, mit denen ich aufgewachsen bin und mir das Gefühl der Geborgenheit geben.