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| Von Nietenjacken und Martinshörnern |
| Geschrieben von: Andreas Fillibeck |
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Der Lauterer Kabarett- und Drehbuchautor Wolfgang Marschall und der Filmemacher Karl-Heinz Christmann sowie alle beteiligten Schauspieler und Statisten kriegten natürlich einen gehörigen Schreck. Sie hatten vor rund zehn Jahren natürlich nicht damit gerechnet, dass die Dreharbeiten zu dem satirischen Streifen "Die seltsame Reise des Herrn Oberbürgermeister", die auch im leeren Becken der Waschmühle stattfanden, gleich das Überfallkommando auf den Plan rufen würden. Doch einige aufmerksame Spaziergänger hatten auf ihrem Weg durch das Eselsbachtal die Szene, in der marodierende Horden in einer Endzeit-Szenerie einen im schlabbrigen Bademantel flüchtenden Mann (gespielt vom inzwischen verstorbenen Pfalztheater- Schauspieler Ingulf Michel) gewaltig verprügelten, ernst genommen. Die herbeigerufenen Polizisten sahen dann aber gleich den Kameramann auf dem Sprungturm der Waschmühle, die Schminktische und die übrige Staffage und zogen nach einem kurzen, durchaus amüsierten Gespräch und der Überprüfung der Drehgenehmigung wieder ab. Und der Schreiber dieser Zeilen, im schwarzen Lederkombi, mit aufgeschminkter Riesennarbe im Gesicht und Baseball- Schläger in der Hand war froh, um Handschellen und Verhöre herumgekommen zu sein. |

Schwarzvermummte Gestalten in Nietenjacken schlagen augenscheinlich auf einen dünnen Mann im weißen Bademantel ein. Dieser ist neben einem roten Goggomobil zusammengebrochen, das auf dem Grund eines großen, blauen Badebeckens steht. Schreie gellen über die talnahe Lichtung der Freibad- Anlage, dunkel dräuen die nahen Tannen, als plötzlich Martinshörner zu hören sind und mehrere Polizisten mit Maschinenpistolen heranstürmen.