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Ohne Zwischenreinigung ...
Geschrieben von: Erich Dörr   

Erich DörrAnfang der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als unsere geliebte Wesch nach seinerzeitigem Sprachgebrauch noch "Städtische Badeanstalt Waschmühle" hieß, musste bei Halbzeit der Saison im Juli eine Zwischenreinigung des Beckens vorgenommen werden. Dies war deshalb notwendig, weil der Eselsbach, der das Bad speiste, naturgemäß als Begleiterscheinung Schlamm und sonstige Sedimente mit einbrachte. Eine Filteranlage war zu dieser Zeit nicht vorhanden, sodass sich auf dem Beckenboden eine mehrere Fuß hohe Schlammschicht bildete.

Städtisches Personal musste dann mit Wasserschlauch und Schrubber bewaffnet die Reinigung vornehmen, wobei allerhand in der Zwischenzeit verloren gegangene Dinge wieder ans Tageslicht kamen. Damit rechnete auch der schon etwas betagte Rentner und tägliche Badegast Wilhelm Späth, den ich am ersten Reinigungstag als Zuschauer traf. Er sagte mir, dass er beim Schwimmen etwas verloren habe, was er mit meiner Hilfe wieder zu fi nden hoffe. Auf meine Frage, was es denn sei, antwortete er mir: "Ei, das Oberteil von meinem Gebiss." Er habe sich zwischenzeitlich zwar ein neues Teil anfertigen lassen, dies passe aber schlecht und drücke erbärmlich.

Ich sagte ihm natürlich meine Mithilfe beim Suchen zu, und wir haben dann vom Beckenrand aus nahe des heutigen Sanitätsraums Ausschau gehalten. Als wir schon aufgeben wollten, plötzlich das erlösende: "Da!" Ohne langes Überlegen dann spontan neues Teil raus, überglücklich altes Teil rein. Damit war die Angelegenheit auch ohne Zwischenreinigung der leicht verschmutzten Beißhilfe zur vollsten Zufriedenheit gelöst.